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Lesbarkeit prüfen

Lesbarkeitswert für deutschen Text.

Was es macht. Diese Prüfung misst, wie leicht sich ein deutscher Text liest — mit der Anpassung von Amstad, der deutschen Fassung des Flesch-Index. Die Anpassung ist nötig: Deutsche Wörter haben im Schnitt mehr Silben, sodass die englische Formel deutschen Text durchweg zu schwer bewertet.
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So benutzt du Lesbarkeit prüfen

  1. Füg deinen Text ein.
  2. Sieh dir den Wert und die geschätzte Stufe an.
  3. Geh die markierten langen Sätze und Wörter durch.

Warum die englische Formel nicht passt

Der Flesch-Index wurde für das Englische entwickelt und an englischen Texten geeicht.

Deutsch hat längere Wörter — durch die Wortbildung und vor allem durch Komposita, die zusammengeschrieben werden. Ein deutscher Text gleicher Schwierigkeit bekommt mit der englischen Formel daher einen deutlich niedrigeren Wert.

Toni Amstad hat die Formel 1978 mit anderen Konstanten für das Deutsche angepasst. Das ist die Fassung, die hier gerechnet wird.

Daneben gibt es die Wiener Sachtextformeln, die für deutschsprachige Sachtexte entwickelt wurden und statt eines Punktwerts direkt eine Schulstufe ausgeben. Sie werden vor allem im Bildungsbereich verwendet.

Wenn dir irgendwo ein Lesbarkeitswert für deutschen Text ohne Angabe der Formel begegnet, sei vorsichtig: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die englische Variante gerechnet wurde, und dann sagt die Zahl wenig.

Den Wert lesen

Das Ergebnis läuft grob von 0 bis 100: je höher, desto leichter.

Den Wert lesen
WertSchwierigkeitVergleichbar mit
80 – 100sehr leichtKindertext
60 – 80leichtBoulevardpresse
50 – 60mittelTageszeitung
30 – 50schwerFachartikel
0 – 30sehr schwerJuristischer oder wissenschaftlicher Text

Für Kommunikation an ein breites Publikum — ein Rundschreiben, eine Anleitung, ein Behördenbrief — ist der Bereich 50 bis 70 ein vernünftiges Ziel.

Das heißt nicht, dass alles dort liegen muss. Ein Fachbericht für Kolleginnen und Kollegen darf tiefer liegen. Ein Bescheid über eine Leistung, ein Beipackzettel oder ein Vertrag für Verbraucher nicht.

Wer für Behörden schreibt, sollte zusätzlich die Leichte und die Einfache Sprache kennen: zwei definierte Stufen mit eigenen Regelwerken, die über einen bloßen Punktwert hinausgehen.

Was der Wert nicht misst

Die Formel schaut auf Satzlänge und Wortlänge. Mehr nicht. Das macht sie brauchbar und begrenzt.

Sie versteht keine Bedeutung. Ein Text aus kurzen Wörtern in kurzen Sätzen bekommt einen guten Wert, auch wenn sein Inhalt unverständlich ist. Ein kurzer Fachbegriff wird nicht als schwer erkannt.

Sie sieht keine Struktur. Ein Text ohne Zwischenüberschriften, ohne logische Abfolge und ohne Absätze liest sich schlecht, egal wie gut der Wert ist.

Und sie lässt sich manipulieren: Sätze zu zerteilen hebt den Wert, ohne den Text klarer zu machen. Eine Folge kurzer, abgehackter Sätze liest sich sogar anstrengender.

Nutz den Wert als Signal, nicht als Ziel. Was wirklich hilft: aktiv schreiben, das gewöhnliche Wort nehmen, wo es existiert, einen Gedanken pro Satz, und Fachbegriffe beim ersten Auftreten erklären. Besonders wirksam im Deutschen: lange Komposita auflösen und Schachtelsätze auftrennen. Alles wird in dieser Seite berechnet.

Häufige Fragen

Welche Formel wird verwendet?

Die Amstad-Anpassung des Flesch-Index für Deutsch. Die englische bewertet deutschen Text zu schwer.

Was ist die Wiener Sachtextformel?

Eine für deutsche Sachtexte entwickelte Formel, die statt eines Punktwerts eine Schulstufe ausgibt.

Welchen Wert soll ich anstreben?

50 bis 70 für Kommunikation an ein breites Publikum.

Muss alles leicht lesbar sein?

Nein. Ein Fachbericht darf schwerer sein; ein Behördenbrief sollte es nicht.

Kann ich den Wert durch kürzere Sätze schönen?

Ja, aber der Text wird dadurch nicht klarer. Der Wert ist ein Signal, kein Ziel.

Wird mein Text verschickt?

Nein.