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Gehalt & Steuern

Gehaltserhöhungs-Rechner

Was von einer Erhöhung brutto und netto tatsächlich ankommt.

Was es macht. Von einer Gehaltserhöhung kommt netto weniger an als brutto, weil auf den zusätzlichen Betrag der Grenzsteuersatz und die Sozialabgaben anfallen. In der Mitte der Einkommensskala bleiben von hundert Euro brutto typischerweise 50 bis 60 € netto. Netto bleibt aber immer mehr als vorher — eine Erhöhung kann nie zu weniger führen.
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So benutzt du Gehaltserhöhungs-Rechner

  1. Gib dein bisheriges Bruttogehalt und die Erhöhung in Prozent oder Euro ein.
  2. Stell Steuerklasse, Kirchensteuer und Krankenkassen-Zusatzbeitrag ein.
  3. Vergleich die Nettoveränderung mit der Inflationsrate, um den realen Zugewinn zu sehen.

Was von hundert Euro übrig bleibt

Der Anteil hängt vom Einkommen ab, und zwar nicht gleichmäßig.

Was von hundert Euro übrig bleibt
BruttogehaltVon 100 € brutto bleiben netto etwaWarum
30.000 €58–62 €Niedriger Grenzsteuersatz, volle Sozialabgaben
50.000 €52–56 €Steigende Progression, volle Sozialabgaben
70.000 €50–53 €Hoher Grenzsteuersatz, Abgaben teils gedeckelt
100.000 €52–55 €Oberhalb beider Bemessungsgrenzen entfallen Beiträge

Der Verlauf ist nicht monoton: Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen steigt der Nettoanteil wieder leicht, weil auf den übersteigenden Teil keine Sozialbeiträge mehr anfallen. Das ist der einzige Punkt, an dem die deutsche Abgabenkurve flacher wird.

Nominal, real und die kalte Progression

Drei Prozent mehr bei drei Prozent Inflation sind kein Zugewinn, sondern eine Nullrunde mit besserem Gefühl. Real zählt die Differenz.

Dazu kommt die kalte Progression: Steigt das Gehalt nur zum Inflationsausgleich, rutscht man dennoch in einen höheren Grenzsteuersatz, weil der Tarif in Euro definiert ist. Ohne Gegenmaßnahme sinkt das reale Netto trotz nominal gleichbleibender Kaufkraft.

Der Gesetzgeber verschiebt die Tarifeckwerte deshalb regelmäßig — meist jährlich mit dem Existenzminimumbericht. Vollständig ausgeglichen wird die kalte Progression dadurch nicht immer.

Für die Verhandlung heißt das: Die relevante Zahl ist die Erhöhung abzüglich Inflation, netto gerechnet. Eine nominale Erhöhung von vier Prozent bei drei Prozent Inflation ergibt real weniger als ein Prozent — vor Steuern.

Alternativen zur Bruttoerhöhung

Weil vom Brutto nur die Hälfte ankommt, sind steuerbegünstigte Bestandteile oft der wirksamere Hebel — vorausgesetzt, sie passen zum Bedarf.

Verbreitet sind der Sachbezug bis 50 € monatlich, das Deutschlandticket als Jobticket, ein Dienstrad per Gehaltsumwandlung, Zuschüsse zur Kinderbetreuung für nicht schulpflichtige Kinder, sowie betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss.

Der Nachteil ist Bindung: Ein Dienstrad ist kein Gehalt, das man bei einem Wechsel mitnimmt, und Gehaltsumwandlung senkt die Bemessungsgrundlage für Renten- und Arbeitslosengeld. Für ein bis zwei Jahre attraktiv, über zwanzig Jahre nicht unbedingt.

Häufige Fragen

Wie viel bleibt von einer Gehaltserhöhung netto?

Meist 50 bis 60 Prozent. Der Anteil sinkt mit steigendem Einkommen und steigt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen wieder leicht.

Kann eine Erhöhung mich netto schlechter stellen?

Nein. Der höhere Satz gilt nur für den zusätzlichen Betrag. Es gibt keine Schwelle, an der das Netto fällt.

Was ist die kalte Progression?

Ein rein inflationsbedingter Gehaltszuwachs, der in einen höheren Grenzsteuersatz führt und dadurch real Kaufkraft kostet.

Lohnt sich ein Sachbezug statt Gehalt?

Netto oft ja, weil er steuer- und abgabenfrei bleibt. Er senkt aber die Grundlage für Renten- und Arbeitslosengeld.

Wie viel sollte ich fordern?

Rechne mit der Inflation als Untergrenze. Alles darunter ist real eine Kürzung.

Werden meine Gehaltsdaten übertragen?

Nein, alles bleibt in diesem Tab.