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Gehalt & Steuern

Brutto-Netto-Rechner

Vom Brutto zum Netto, mit jedem Abzug einzeln ausgewiesen.

Was es macht. Das Nettogehalt ist der Bruttolohn abzüglich Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls Kirchensteuer und der vier Sozialversicherungsbeiträge. Dieses Werkzeug weist jede Position einzeln aus statt einer Summe, weil die nützliche Frage meist lautet, welcher Abzug wie stark wirkt — und welche Stellschrauben es überhaupt gibt.
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So benutzt du Brutto-Netto-Rechner

  1. Gib das Bruttogehalt und den Abrechnungszeitraum ein.
  2. Stell Steuerklasse, Bundesland, Kirchensteuerpflicht und Krankenkassen-Zusatzbeitrag ein.
  3. Vergleich die Aufstellung Zeile für Zeile mit deiner Abrechnung.

Die Abzüge, in der Reihenfolge ihres Auftretens

Zuerst die Steuern, dann die Sozialversicherung — beide auf den Bruttolohn, aber mit unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen und Grenzen.

Die Abzüge, in der Reihenfolge ihres Auftretens
AbzugSatzTrägtDeckelung
Lohnsteuernach Tarif und SteuerklasseArbeitnehmerkeine
Solidaritätszuschlag5,5 % der LohnsteuerArbeitnehmererst oberhalb einer Freigrenze
Kirchensteuer8 % (BY, BW) oder 9 %Arbeitnehmernur bei Mitgliedschaft
Rentenversicherung18,6 %, hälftig geteiltbeideBeitragsbemessungsgrenze
Arbeitslosenversicherung2,6 %, hälftig geteiltbeidedieselbe Grenze wie RV
Krankenversicherung14,6 % plus Zusatzbeitrag, hälftigbeideeigene, niedrigere Grenze
Pflegeversicherungrund 3,4 %, plus Zuschlag für Kinderlosebeidedieselbe Grenze wie KV

Die beiden Beitragsbemessungsgrenzen sind der Grund, warum die Abgabenquote bei höheren Gehältern sinkt: Oberhalb der Grenze fallen auf den übersteigenden Teil keine Beiträge mehr an, wohl aber weiter Steuern. Der Zuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung entfällt ab dem ersten Kind dauerhaft; ab dem zweiten Kind sinkt der Beitrag bis zum fünften Kind weiter, solange die Kinder unter 25 sind.

Steuerklassen ändern nichts an der Jahressteuer

Die Steuerklasse bestimmt nur, wie viel Lohnsteuer monatlich einbehalten wird. Die tatsächlich geschuldete Jahressteuer ergibt sich aus dem Tarif und dem Jahreseinkommen — die Klasse verschiebt lediglich, ob es am Ende eine Erstattung oder eine Nachzahlung gibt.

Steuerklassen ändern nichts an der Jahressteuer
KlasseFür wenWirkung
ILedig, geschieden, verwitwetGrundtarif
IIAlleinerziehendWie I, plus Entlastungsbetrag
IIIVerheiratet, höheres EinkommenNiedrigster Abzug — Partner nimmt V
IVVerheiratet, ähnliche EinkommenWie I für beide
IV mit FaktorVerheiratet, ungleichVerteilt nach tatsächlichem Verhältnis
VVerheiratet, geringeres EinkommenHöchster Abzug — Partner nimmt III
VIZweites und weiteres DienstverhältnisOhne Freibeträge

Die Kombination III/V führt oft zu erheblichen Nachzahlungen, weil sie in Summe zu wenig einbehält, und benachteiligt die Person in Klasse V mit einem sehr hohen monatlichen Abzug. IV mit Faktor bildet das reale Verhältnis ab und trifft die Jahressteuer deutlich genauer. Wichtig ist außerdem: Lohnersatzleistungen wie Eltern-, Kranken- und Arbeitslosengeld bemessen sich am Netto — die Steuerklassenwahl wirkt hier sehr wohl, und zwar Monate im Voraus.

Warum die Zahl nie exakt zur Abrechnung passt

Ein Rechner kennt nur, was du eingibst. Eine Abrechnung kennt deinen vollständigen Fall.

Die häufigsten Abweichungen: eingetragene Freibeträge aus der Steuererklärung, geldwerte Vorteile wie Dienstwagen oder Jobticket, Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen, ein abweichender Zusatzbeitrag der Krankenkasse, oder eine private statt gesetzlicher Krankenversicherung.

Dazu kommt die Jahresbetrachtung: Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld werden als sonstiger Bezug nach der Jahrestabelle versteuert, nicht wie laufender Lohn. Das erklärt den scheinbar zu hohen Abzug im Dezember, der sich mit der Steuererklärung wieder ausgleicht.

Nimm die Zahl hier als Größenordnung und deine Abrechnung als Wahrheit. Weichen beide stark ab, ist die Aufstellung Zeile für Zeile der schnellste Weg zur Ursache.

Lohnt sich eine Gehaltserhöhung immer?

Ja. Ein höherer Grenzsteuersatz trifft nur den zusätzlichen Betrag — netto bleibt nach einer Erhöhung immer mehr übrig als vorher.

Es gibt allerdings Schwellen, an denen sich etwas anderes ändert. Beim Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze wird der Wechsel in die private Krankenversicherung möglich, was eine Entscheidung mit langen Folgen ist. Bei Minijobs führt das Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze in den Übergangsbereich mit ansteigenden Beiträgen.

Und der Gegenwert einer Erhöhung sinkt mit dem Einkommen: Bei 40.000 € bleiben von hundert Euro mehr brutto etwa 55 bis 60 € netto, bei 90.000 € eher 50 bis 52 € — oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen steigt der Anteil wieder leicht, weil keine Sozialbeiträge mehr anfallen.

Häufige Fragen

Warum stimmt das Ergebnis nicht genau mit meiner Abrechnung?

Meist wegen Freibeträgen, geldwerter Vorteile, betrieblicher Altersvorsorge oder eines abweichenden Zusatzbeitrags der Krankenkasse.

Welche Steuerklasse ist die beste?

Für die Jahressteuer keine — sie verschiebt nur den monatlichen Abzug. IV mit Faktor trifft die tatsächliche Schuld am genauesten.

Kostet mich eine Gehaltserhöhung netto Geld?

Nein. Der höhere Satz gilt nur für den zusätzlichen Betrag. Netto bleibt immer mehr als vorher.

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Die Obergrenze, bis zu der Sozialbeiträge erhoben werden. Auf den darüberliegenden Teil des Gehalts fallen keine Beiträge mehr an.

Warum ist im Dezember so viel abgezogen worden?

Weihnachtsgeld gilt als sonstiger Bezug und wird nach der Jahrestabelle versteuert. Der Überhang gleicht sich mit der Steuererklärung aus.

Zahle ich als Kinderloser mehr Pflegeversicherung?

Ja, es gibt einen Zuschlag. Er entfällt ab dem ersten Kind dauerhaft, weitere Kinder senken den Beitrag zusätzlich.

Werden meine Gehaltsdaten irgendwohin gesendet?

Nein. Die Berechnung läuft in diesem Tab auf deinem Gerät.